Baulexikon
41 Fachbegriffe aus unserem Alltag — erklärt, ohne dass Sie eine Ausbildung dafür brauchen. Jeder Begriff mit Definition, Hintergrund und einem Beispiel aus einem echten Auftrag.



Gipserarbeiten
Abrieb
Der Abrieb ist die oberste, strukturgebende Putzschicht, deren Körnung die sichtbare Oberfläche einer Wand bestimmt.
Weissputz
Weissputz ist die feine, weisse Deckschicht auf dem Grundputz, die als Untergrund für Anstrich oder Tapete dient.
Grundputz
Der Grundputz ist die erste, ausgleichende Putzschicht direkt auf dem Mauerwerk und bildet die tragfähige Basis für alle weiteren Schichten.
Kalkputz
Kalkputz ist ein mineralischer Putz auf Kalkbasis, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt und deshalb im Altbau bevorzugt eingesetzt wird.
Marmorputz
Marmorputz ist ein mineralischer Feinputz mit Marmormehl, der in mehreren Lagen geglättet eine tiefenwirksame, seidig glänzende Oberfläche ergibt.
Rissüberbrückung
Rissüberbrückung bezeichnet Systeme, die Bewegungen im Untergrund aufnehmen, ohne dass der Riss an der Oberfläche wieder sichtbar wird.
Trockenbau
Ständerwand
Eine Ständerwand ist eine nichttragende Trennwand aus Metall- oder Holzprofilen, die beidseitig mit Gipsplatten beplankt wird.
Leichtbauwand
Leichtbauwand ist der Oberbegriff für nichttragende Trennwände in Trockenbauweise, die deutlich weniger wiegen als gemauerte Wände.
Abgehängte Decke
Eine abgehängte Decke ist eine Unterkonstruktion mit Beplankung unterhalb der Rohdecke, die Leitungen verbirgt und Raum für Einbauten schafft.
Gipskartonplatte
Die Gipskartonplatte ist eine mit Karton ummantelte Gipsplatte und das Standardmaterial im Trockenbau.
Brandschutzwand EI30
EI30 bezeichnet einen Bauteil, der im Brandfall während 30 Minuten seine Tragfähigkeit und den Wärmedurchgang begrenzt.
Schallschutz im Trockenbau
Schallschutz im Trockenbau entsteht durch Masse, Dämmung und Entkopplung — nicht durch die Wandstärke allein.
Fassade
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Ein WDVS ist ein mehrschichtiger Fassadenaufbau aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Oberputz, der als geprüftes System eines Herstellers verbaut wird.
Kompaktfassade
Kompaktfassade ist die in der Schweiz übliche Bezeichnung für ein verputztes Wärmedämmverbundsystem ohne Hinterlüftung.
EPS-Dämmplatte
EPS ist expandiertes Polystyrol — ein leichter, kostengünstiger Dämmstoff, der in der Schweiz am häufigsten für Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt wird.
Steinwolle-Dämmung
Steinwolle ist ein nichtbrennbarer, diffusionsoffener Mineralfaserdämmstoff, der überall dort eingesetzt wird, wo Brandschutz oder Feuchteverhalten entscheidend sind.
Gewebearmierung
Die Gewebearmierung ist eine in Armierungsmasse eingebettete Glasfasermatte, die Spannungen in der Fassade verteilt und Risse verhindert.
Mineralischer Oberputz
Mineralischer Oberputz ist die abschliessende Putzschicht auf Kalk-Zement-Basis, die als Wetterschutz dient und die Fassadenoptik bestimmt.
U-Wert
Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturdifferenz durch ein Bauteil verloren geht — je tiefer, desto besser gedämmt.
Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke ist eine Stelle im Bauteil, an der Wärme deutlich schneller nach aussen fliesst als in der umgebenden Fläche.
Perimeterdämmung
Perimeterdämmung ist die Dämmung erdberührter Bauteile ausserhalb der Abdichtung, also an Kellerwänden und unter der Bodenplatte.
Innendämmung
Innendämmung ist die Dämmung der Aussenwand von der Rauminnenseite — bauphysikalisch anspruchsvoll und nur mit geeigneten Systemen sinnvoll.
Plattenarbeiten
Feinsteinzeug
Feinsteinzeug ist eine bei über 1200 Grad gebrannte Keramikplatte mit einer Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent — dicht, hart und frostsicher.
Grossformatplatten
Grossformatplatten sind Keramikplatten ab etwa 120×120 cm, die eine nahezu fugenlose Fläche ergeben und besondere Verlegetechnik verlangen.
Floating-Buttering-Verfahren
Beim Floating-Buttering-Verfahren wird Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Plattenrückseite aufgetragen, um eine vollflächige Bettung ohne Hohlräume zu erreichen.
Verbundabdichtung
Die Verbundabdichtung ist eine flüssig aufgebrachte Dichtschicht direkt unter dem Plattenbelag, die im Nassbereich das Eindringen von Wasser in die Konstruktion verhindert.
Silikonfuge
Die Silikonfuge ist eine elastische Dichtfuge an Bauteilanschlüssen, die Bewegungen aufnimmt, wo eine starre Zementfuge reissen würde.
Naturstein
Naturstein umfasst gewachsene Gesteine wie Granit, Marmor und Kalkstein, die als Bodenbelag eine Tiefe erreichen, die kein Nachdruck erzielt.
Malerarbeiten
Spachteltechnik
Spachteltechnik bezeichnet dekorative Wandbeschichtungen, die in mehreren dünnen Schichten mit der Kelle aufgetragen und verdichtet werden.
Dispersionsfarbe
Dispersionsfarbe ist eine wasserbasierte Wandfarbe mit Kunststoffbindemittel — der Standard für Innenanstriche.
Silikatfarbe
Silikatfarbe ist ein mineralischer Anstrich auf Wasserglasbasis, der sich chemisch mit dem Untergrund verbindet und dauerhaft diffusionsoffen bleibt.
Vliestapete
Die Vliestapete besteht aus einem Zellstoff-Polyester-Vlies, das im Wand-an-Wand-Verfahren verarbeitet wird — der Kleister kommt an die Wand, nicht auf die Bahn.
Parkett & Boden
Landhausdiele
Die Landhausdiele ist ein grossformatiges Parkettelement mit durchgehender Deckschicht, typischerweise 18 bis 26 cm breit und 1,8 bis 2,6 m lang.
Fischgrat-Parkett
Beim Fischgrat-Parkett werden rechteckige Stäbe im 90-Grad-Winkel zueinander versetzt verlegt, sodass ein zickzackförmiges Muster entsteht.
Schiffsboden-Parkett
Beim Schiffsboden sind mehrere kurze Holzstäbe pro Element in Reihen versetzt angeordnet — das klassische, ruhig gemusterte Parkettbild.
Parkett versiegeln oder ölen
Versiegeln legt einen schützenden Film auf das Holz, Ölen dringt ein und lässt die Oberfläche offen — beide Verfahren haben klar unterschiedliche Stärken.
Designboden / Vinyl
Designböden sind mehrschichtige Kunststoffbeläge mit fotorealistischer Dekorschicht — unempfindlich, fusswarm und gut für Bodenheizung geeignet.
Altbau & Bau
Denkmalpflege
Die Denkmalpflege ist die kantonale Fachstelle, die über Eingriffe an geschützten Bauten entscheidet und Material, Technik und Farbgebung mitbestimmt.
Bauhistorische Substanz
Bauhistorische Substanz bezeichnet die originalen, aus der Bauzeit erhaltenen Materialien und Bauteile eines Gebäudes.
Generalunternehmer
Ein Generalunternehmer übernimmt die Ausführung sämtlicher Bauarbeiten zu einem Festpreis und koordiniert alle beteiligten Handwerksbetriebe.
Baubeschrieb
Der Baubeschrieb ist das Dokument, das Umfang, Materialien und Qualitäten aller Bauleistungen verbindlich festhält.