Fassade
Kompaktfassade
Kompaktfassade ist die in der Schweiz übliche Bezeichnung für ein verputztes Wärmedämmverbundsystem ohne Hinterlüftung.



Was dahintersteckt
Fassadensanierung & DämmungDer Begriff grenzt das System von der hinterlüfteten Fassade ab, bei der zwischen Dämmung und Bekleidung eine Luftschicht liegt. Bei der Kompaktfassade sind alle Schichten fest miteinander verbunden — daher der Name. Sie ist günstiger, schlanker im Aufbau und die mit Abstand häufigste Lösung bei der energetischen Sanierung von Wohnbauten.
Die hinterlüftete Variante hat Vorteile bei der Feuchteableitung und erlaubt Bekleidungen aus Holz, Faserzement oder Metall. Sie kostet allerdings deutlich mehr und trägt stärker auf. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Putzfassade ist die Kompaktfassade in der Regel die wirtschaftlich sinnvolle Wahl.
Beispiel
In der Praxis
Bei einem Reihenhaus in Cham lag der Grenzabstand knapp. Die Kompaktfassade trug mit 180 Millimetern Dämmung plus Putz rund 20 Zentimeter auf — eine hinterlüftete Konstruktion hätte gut 10 Zentimeter mehr gebraucht und die Baulinie überschritten.
Verwandte Begriffe
- WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Ein WDVS ist ein mehrschichtiger Fassadenaufbau aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Oberputz, der als geprüftes System eines Herstellers verbaut wird.
- Mineralischer Oberputz
Mineralischer Oberputz ist die abschliessende Putzschicht auf Kalk-Zement-Basis, die als Wetterschutz dient und die Fassadenoptik bestimmt.
- EPS-Dämmplatte
EPS ist expandiertes Polystyrol — ein leichter, kostengünstiger Dämmstoff, der in der Schweiz am häufigsten für Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt wird.
Dazu passt
- Fassadensanierung & Dämmung
Eine energetische Fassadensanierung senkt den Heizbedarf eines Einfamilienhauses typischerweise um 20 bis 30 Prozent.
- Was kostet eine Fassadensanierung
Ein komplettes Wärmedämmverbundsystem kostet in der Schweiz inklusive Gerüst meist CHF 180 bis 280 pro Quadratmeter Fassadenfläche.
- Alle 41 Begriffe im Baulexikon →