Fassade
Innendämmung
Innendämmung ist die Dämmung der Aussenwand von der Rauminnenseite — bauphysikalisch anspruchsvoll und nur mit geeigneten Systemen sinnvoll.



Was dahintersteckt
Altbau & DenkmalpflegeSie kommt zum Einsatz, wenn eine Aussendämmung nicht möglich ist: bei geschützten Fassaden, bei Sichtmauerwerk oder wenn der Grenzabstand keine Aufbaustärke zulässt. Der Nachteil ist physikalisch bedingt: Die Aussenwand bleibt kalt, und der Taupunkt — die Stelle, an der Wasserdampf kondensiert — wandert in die Konstruktion hinein.
Deshalb sind kapillaraktive Systeme aus Kalziumsilikat oder Holzweichfaser das Mittel der Wahl. Sie nehmen anfallende Feuchtigkeit auf, verteilen sie und geben sie in Trockenphasen wieder an den Raum ab. Eine dampfdichte Dämmplatte mit Folie funktioniert theoretisch auch, verzeiht aber keinen Ausführungsfehler: Ein einziges Loch in der Dampfsperre führt zu Feuchteschäden in der Konstruktion.
Beispiel
In der Praxis
In einem geschützten Haus in Schwyz durfte die Fassade nicht angetastet werden. Wir haben mit 60 Millimetern Kalziumsilikat gedämmt und den Aufbau vorher rechnerisch geprüft. Die Innenoberflächentemperatur stieg um rund vier Grad — genug, um die Kondensation in den Raumecken zu beenden.
Verwandte Begriffe
- Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke ist eine Stelle im Bauteil, an der Wärme deutlich schneller nach aussen fliesst als in der umgebenden Fläche.
- Kalkputz
Kalkputz ist ein mineralischer Putz auf Kalkbasis, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt und deshalb im Altbau bevorzugt eingesetzt wird.
- Denkmalpflege
Die Denkmalpflege ist die kantonale Fachstelle, die über Eingriffe an geschützten Bauten entscheidet und Material, Technik und Farbgebung mitbestimmt.