Gipserarbeiten
Kalkputz
Kalkputz ist ein mineralischer Putz auf Kalkbasis, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt und deshalb im Altbau bevorzugt eingesetzt wird.



Was dahintersteckt
Altbau & DenkmalpflegeKalkputz ist diffusionsoffen: Er lässt Wasserdampf durch, statt ihn in der Wand einzuschliessen. Genau das macht ihn im Altbau unverzichtbar, wo Mauerwerk ohne Sperrschicht Feuchtigkeit aus dem Boden zieht und über die Oberfläche abgeben muss. Zusätzlich ist Kalk stark alkalisch, was Schimmelbildung erschwert.
Der Nachteil liegt in Verarbeitung und Zeit. Kalkputz härtet durch Karbonatisierung — er nimmt CO₂ aus der Luft auf — und braucht dafür deutlich länger als Gips oder Zement. Pro Schicht sind ein bis zwei Wochen Trocknung normal. Wer diese Zeit nicht einplant und zu früh überstreicht, schliesst die Wand ab und hebt die Wirkung auf.
Beispiel
In der Praxis
Bei einem Bauernhaus in Menzingen war der Sockel mit Zementputz saniert worden. Die Feuchtigkeit stieg dahinter auf und drückte den Putz einen Meter über dem Boden ab. Wir haben ihn entfernt und mit einem Kalk-Sanierputzsystem neu aufgebaut — seither ist die Wand trocken.
Verwandte Begriffe
- Grundputz
Der Grundputz ist die erste, ausgleichende Putzschicht direkt auf dem Mauerwerk und bildet die tragfähige Basis für alle weiteren Schichten.
- Silikatfarbe
Silikatfarbe ist ein mineralischer Anstrich auf Wasserglasbasis, der sich chemisch mit dem Untergrund verbindet und dauerhaft diffusionsoffen bleibt.
- Denkmalpflege
Die Denkmalpflege ist die kantonale Fachstelle, die über Eingriffe an geschützten Bauten entscheidet und Material, Technik und Farbgebung mitbestimmt.